„Nehmen wir doch einfach einmal an…“

Nehmen wir doch einfach einmal an, dass ein Team bereits von Anbeginn einer Saison nicht „funktioniert“. Sowas kommt immer vor, das auch in jeder Sportart und überall.

Gut und nehmen wir weiter an, dass trotz namhafter Verstärkungen – auf dem Papier – dieses Team im Grunde den “nächsten Schritt” in dieser Saison machen müsste und ganz klar oben angreifen sollte und nehmen nochmal an, dass sogar das Backup-Office, also die Leitung der Vereins, komplett neu aufgestellt wurde, um den „nächsten Schritt“ auch dann dort in stabileren Schuhen schreiten zu lassen.

Es wurde im Vorfeld also dafür gesorgt, dass dieses Team den Rücken frei bekommt, um sich 100% auf seine Mission zu konzentrieren.

Und trotzdem lief und läuft es – uncharmant ausgedrückt – bescheiden bis saumässig.


Lasst uns mal weiterforschen und schauen, was dann passierte: 

Der Coach wurde freigesetzt, immer ein schwaches Glied in der Kette des Clubs, ein Coach, der schon eine längere Zeit im Verein war und eine gewisse Reputation hatte.

Der mediale Aufschrei war groß, von „wie kann man nur den Trainer entlassen“, „er hat viel für den Club getan“, „eine Identifikationsfigur“, „ein Macher“, „ein Kenner und Könner“, bis „jetzt gehts richtig abwärts“, war alles dabei.

Es wurde dann vorläufig ein neuer/alter Übungsleiter aus den eigenen Reihen installiert, ein ganz anderer Typ, der auch eine andere Philosophie in dem Sport verkörpert. 

Es war klar, dass die gleichen „Fans“ auch hier dicke „Dizzy Gillespie Backen“ machten und wieder die „Moser-Posaune“ auspackten.

Unterm Strich gab man dem alten Chef keine Schuld an der Misere und verstand gar nicht bis kaum, dass es zur Entlassung kam.

Ich fange jetzt wieder mit dem Spiel an: Nehmen wir einmal an, dass der alte Coach vielleicht gar nicht so ein großartiger Mensch und Kenner des modernen Sports war, dass er schon in der vergangenen Spielzeit das Team durch seine Art nicht oder kaum noch erreichte und nehmen wir doch auch nochmal an, dass es eben jetzt zum Ausbruch kam im Team und kaum einer bereit war, das „Spiel“ erneut mitzumachen, nicht mehr willens war, dem Coach mit seinen Vorstellungen weiter zu folgen auf die Zähne zu beißen und den Mund zu verschließen.

Könnte sein, oder?

Wie könnte es dann danach weitergehen?

Der neue Übungsleiter stände vor der Herkules-Aufgabe, zerbrochenes Porzellan zu kitten und der Mannschaft das Vertrauen zurückzugeben, das Selbstvertrauen zurück in die Köpfe der Spieler zu implementieren und das Team folge ihm jetzt schon und begreife seine Philosophie – die eine moderne Art ist, den Sport durchzuführen – und setze sie täglich immer besser um.

Es käme plötzlich der Spaß ins Team zurück und trotz der ersten Rückschläge merke man den Zusammenhalt und das Miteinander. Klingt gut, oder?

Es würde nicht mehr lange dauern, dann würden aus einer Philosophie auch die Punkte entspringen, da wäre man sich sicher. 

Was wäre denn auch wenn… da zum Beispiel zwei junge und hoffnungsvolle Talente aus der Jugend endlich integriert werden und ihre Spielzeit verdientermaßen in der ersten Mannschaft bekämen? Auch damit einem Teams aus der direkten Nachbarschaft – die dazu einen kleineren Etat aufzuweisen haben, jedoch ihren Sport richtig gut ausüben – nicht noch weiter einteilen, auch und weil dort immer wieder die Talente ihre Zeit bekommen (müssen) und heranreifen.

Nehmen wir doch einfach nur mal an, dass es so vorgefallen sein könnte und das alles was oben steht wahr wäre.

… nehmen wir doch einfach einmal an …

Euer Heiko Sauer

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